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· Im Becher · 4 Min. Lesezeit

Im Becher: sechs Getränke für die Thermoskanne

Drei für kalte Tage, drei für warme, und ein paar Regeln, damit am Ziel noch alles schmeckt

Gilt für
jede Verabredung draußen
Vorbereitung
10 bis 20 Minuten
Menge
je etwa 1 Liter
Wichtig
Kanne vorwärmen oder vorkühlen

Eine Thermoskanne ist das unauffälligste Werkzeug für Verabredungen ohne Alkohol. Mit ihr bist du nicht auf Getränkekarten, Glühweinstände und Kioske angewiesen, die nur Bier und Cola führen. Und sie hat eine freundliche Nebenwirkung: Wer zwei Becher auspackt und einschenkt, hat für den anderen etwas vorbereitet. Das fällt auf, ohne dass man darüber reden muss.

Die sechs Füllungen unten sind einfach, lassen sich am Vormittag vorbereiten und halten in einer guten Kanne mehrere Stunden. Drei sind für kalte Tage, drei für warme.

Bevor es losgeht: vier Regeln für die Kanne

Erstens: vorwärmen oder vorkühlen. Eine Kanne, die zehn Minuten mit kochendem Wasser oder mit Eiswasser gefüllt war, hält die Temperatur deutlich länger. Zweitens: ganz voll machen. Je weniger Luft in der Kanne ist, desto langsamer kühlt sie aus. Drittens: Kohlensäure gehört nicht hinein. Sprudel kann in einer fest verschlossenen Kanne Druck aufbauen, und warm wird er ohnehin schal. Wer etwas Prickelndes möchte, nimmt eine kleine Flasche Sodawasser extra mit. Viertens: Getränke mit Milch nicht stundenlang warmhalten. Die sind für die nächsten zwei, drei Stunden gedacht, nicht für den ganzen Tag.

Drei für kalte Tage

Apfel-Ingwer-Punsch. Der Klassiker aus dem Januar auf der Eisbahn: naturtrüber Apfelsaft mit Wasser oder Früchtetee verlängert, mit frischem Ingwer, Zimt und Nelken erhitzt, am Ende ein Spritzer Zitrone. Schmeckt nach Weihnachtsmarkt, nur klarer.

Chai mit Milch. Schwarzen Tee mit einer Zimtstange, drei angedrückten Kardamomkapseln, zwei Nelken und ein paar Scheiben Ingwer fünf Minuten in Wasser kochen, dann die gleiche Menge Milch oder Haferdrink dazugeben, kurz erhitzen und abseihen. Mit Honig oder braunem Zucker süßen. Passt zu Regentagen und zum Spielecafé im Oktober.

Hagebutte und Orange. Vier Beutel Hagebuttentee in einem Liter heißem Wasser ziehen lassen, den Saft einer Orange und etwas Schale dazu, mit einem Löffel Honig abrunden. Säuerlich, fruchtig, ohne Koffein, auch spät am Nachmittag noch eine gute Wahl.

Ein Glas mit einem goldenen Getränk und Zitronenscheiben auf einem Tisch
Auch kalt gut: Zitrone, Honig, ein Zweig Thymian

Drei für warme Tage

Kalter Hibiskustee. Getrocknete Hibiskusblüten über Nacht in kaltem Wasser ziehen lassen, morgens abseihen, mit etwas Zucker oder Sirup und einem Spritzer Limette abschmecken. Tiefrot, herb, erfrischend. Mehr dazu im Juni am Ufer.

Gurke, Minze, Zitrone. Eine halbe Salatgurke in dünnen Scheiben, eine Handvoll Minze und eine in Scheiben geschnittene Zitrone mit kaltem Wasser und Eiswürfeln in die vorgekühlte Kanne geben. Sehr leicht, kaum süß, ideal für lange Radtouren.

Zitronen-Thymian-Limonade ohne Sprudel. Den Saft von drei Zitronen mit drei Esslöffeln Zucker und einigen Zweigen Thymian in etwas heißem Wasser auflösen, abkühlen lassen, mit kaltem Wasser auf einen Liter auffüllen. Wer mag, gibt vor Ort einen Schuss Soda aus der kleinen Flasche dazu.

Welche Kanne sich eignet

Für zwei Personen ist eine Kanne mit einem Liter Inhalt ideal. Kleinere Flaschen sind schnell leer, größere werden schwer und sind nur halb voll, was die Temperatur schlechter hält. Edelstahlkannen sind robust und vertragen auch einen Sturz auf den Gehweg. Kannen mit Glaseinsatz halten die Wärme oft etwas besser, sind aber empfindlich. Wichtig ist ein Verschluss, der sich mit einer Hand öffnen lässt und beim Einschenken nicht tropft. Ein Deckel, der gleichzeitig als Becher dient, ist praktisch, ersetzt aber keinen zweiten Becher, denn aus demselben Deckel zu trinken ist beim ersten Treffen vielleicht ein bisschen viel Nähe.

Nach dem Gebrauch die Kanne gleich ausspülen und offen trocknen lassen. Tee und Gewürze hinterlassen sonst einen Geschmack, der beim nächsten Mal in der Limonade wieder auftaucht. Ein Teelöffel Natron mit heißem Wasser löst hartnäckige Ränder.

Ein Wort zur Süße

Alle Rezepte oben sind eher zurückhaltend gesüßt. Das ist Absicht, denn in der Kälte und nach Bewegung schmecken Getränke ohnehin süßer, als sie sind. Wer unsicher ist, süßt zu Hause sparsam und nimmt ein kleines Glas Honig mit, dann kann jeder selbst nachsüßen. Auch bei den Gewürzen ist weniger oft mehr: Zwei Nelken zu viel, und der Punsch schmeckt nach Zahnarztpraxis. Lieber beim ersten Mal vorsichtig sein und sich notieren, was gut war.

Was sonst noch hilft

Zwei Becher mit Deckel sind besser als offene Tassen, weil sie sich auf einer Bank oder im Gras abstellen lassen. Ein kleines Geschirrtuch schützt vor Tropfen in der Tasche. Und wer weiß, dass das Gegenüber keinen Ingwer mag, hat mit einer zweiten, kleinen Kanne eine elegante Lösung.

Bei den gekauften Alternativen lohnt ein zweiter Blick: Viele fertige Eistees und Limonaden schmecken vor allem süß. Warum das so ist und wie man es auf dem Etikett erkennt, steht im Beitrag über gekaufte Limonaden und ihr Kleingedrucktes.