Wie man mit dem Trinken aufhört

Wir müssen ja alle ständig mit irgendwas aufhören, was schlecht für uns ist, das wir aber richtig geil finden oder mit irgendwas anfangen, was mega gut für uns wäre, auf das wir aber mysteriöserweise keinen Bock haben. Hier ist ein Auszug aus meiner nicht enden wollenden Liste, von Sachen, die ich aktuell machen müsste: Weniger Geld ausgeben, mehr Sport machen, weniger Kohlenhydrate essen, mehr Akquise machen, konsequent gendern, zu rauchen aufhören, zu shoppen aufhören, den Kaffeekonsum runter kriegen, wieder mit meditieren anfangen, wieder mit Fleischessen aufhören. 

Wie sollte ich also Leuten erzählen, wie sie mit Trinken aufhören? Ich habe immer noch oft das Gefühl, dass die Nüchternheit irgendwie über mich gekommen ist, wie eine Marienerscheinung. Was damit zu tun haben muss, dass ich so oft mit dem Versuch aufzuhören gescheitert bin, das der letzte Versuch, der nicht gescheitert ist, wie ein Zufall wirkt. So, als hätte ich jahrelang im Dunkeln nach meiner Nüchternheit gesucht und wäre irgendwann einfach aus Versehen dagegen gelaufen.

Aber scheinbar habe ich ein paar Sachen richtig gemacht, ob bewusst oder nicht. Die scheinbar auch andere Leute gemacht haben, die mit dem Trinken aufgehört haben. Unsere Probleme sind ja nicht einzigartig, genauso wenig wie die Lösungen. Wir sind nur an unterschiedlichen Punkten auf dem Spektrum unserer Möglichkeiten. Hier ist sie also, die ultimative Liste, um dem Alkohol für immer (oder für einen Monat) abzuschwören.

Mit dem Trinken aufhören in 10 Schritten

1 — Höre auf dein Bauchgefühl

Eines der mächtigsten Tools für deine Selbstsabotage ist die Frage: Bin ich Alkoholiker*in? 

Wenn du hier auf diesem Artikel gelandet bist, stehen die Chancen gar nicht schlecht, dass du dich das regelmäßig fragst. Wahrscheinlich hast du es diesen Monat schon gegoogelt. Wahrscheinlich hast du schon mal einen Test gemacht. Wahrscheinlich zählst du deine Drinks und fragst dich, ob die Zahl höher oder niedriger ist als die von »normalen« Trinkern. Wahrscheinlich hast du eine oder zwei goldene Regeln, die du niemals brechen darfst. Sowas wie: niemals vor 17 Uhr. Niemals allein. Niemals vor der Arbeit. Du brichst diese paar goldenen Regeln fast nie. Und benutzt das als Argument, um dir selbst zu beweisen, dass du sicher bist. Aber trotzdem hast du dieses nagende Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Und du willst diese Spannung auflösen, und dich von diesem Zweifel befreien, damit du endlich in Ruhe trinken kannst. Du willst die Antwort, ein für alle Mal. Bin ich Alkoholiker:in? Good news: Ich gebe dir die Antwort hier und jetzt! Denn ich bin kompetent und weiß, wovon ich rede.

Die Antwort ist: Nein! Du bist kein:e Alkoholiker:in. 

Du musst natürlich trotzdem aufhören zu trinken. Denn du hast offensichtlich ein Problem mit deinem Trinken. Hättest du kein Problem mit deinem Trinken, wärst du nicht hier. Menschen, die kein Problem mit dem Trinken haben, stellen sich diese Frage nicht. Sie verhandeln nicht, sie vergleichen sich nicht und sie haben auch nicht permanent dieses nagende Bauchgefühl. Dein Problem ist nicht, dass du nicht weißt, ob du vielleicht ein Alkoholproblem hast. Dein Problem ist, dass du alles schon weißt. Du weißt, dass du das so nicht mehr willst, du weißt, dass es dich schwach und krank macht, du weißt, eine dunkle, zerstörerische Macht hat zu viel Kontrolle über dich. Du weißt, du musst aufhören. Aber du suchst noch nach einem Weg, aufzuhören, ohne das Trinken sein zu lassen. 

2 — Du hörst nicht mit Trinken auf, indem du über das Trinken nachdenkst, es analysierst, oder herausfindest, warum du trinkst. Du hörst auf, indem du aufhörst.

Meditiere über diesen Satz. Auch wenn du ihn nicht verstehst oder ihn banal findest. Es gibt keinen Trick, mit dem du dein Alkoholproblem lösen und nebenbei weiter trinken kannst. Je eher du das akzeptierst, desto eher kannst du dich konstruktiveren Aktivitäten zuwenden. 

3 — Kein Verhandeln mit Terroristen

Du hast also akzeptiert, dass mit Trinken aufhören eine gute Idee wäre. Super. Und jetzt? 

Mein größtes Problem war die Sache mit der Willenskraft. Das war der größte Knackpunkt für mich und der größte mentale Shift und der Grund, weshalb ich so lange gebraucht habe, mit dem Trinken aufzuhören: Ich habe gewartet, dass ich nicht mehr trinken will. Denn Willenskraft ist doch der Schlüssel, dachte ich. Ich wollte Designerin werden, also habe ich Design studiert, ich wollte selbstständig arbeiten, also habe ich mir eine Steuernummer besorgt, ich wollte diesen Typen rumkriegen, also bin ich zu ihm rüber gegangen. Alles, was ich mache, mache ich, weil ich es will. Okay, ich mache auch Sachen, die ich nicht will, aber nur, weil ich muss. Mit Trinken aufhören muss ich nicht. Noch nicht. 

Meine logische Schlussfolgerung, die mir mehrere Jahre lang im Weg stand: Die einzige Möglichkeit, mit dem Trinken aufzuhören, ist aufzuhören, trinken zu wollen. Zu diesem Zweck las ich all die klugen Bücher. Sie würden mich mit klugen Argumenten davon überzeugen, dass ich das Interesse am Drink verlieren würde. Das Problem daran ist natürlich: Sucht ist eine Störung des Willens. Wenn deine Willenskraft ein Flugzeug ist, dann ist der Alkohol der Terrorist mit dem Maschinengewehr, der den Piloten dazu zwingt, den Kurs zu ändern. Was der Pilot will, ist komplett uninteressant. Darauf zu warten, dass dein Verlangen aufhört, ist wie der Versuch, mit dem Terroristen zu verhandeln. Es ist die falsche Strategie. Du verhandelst nicht mit Terroristen. Du schaltest sie aus. 

Das bedeutet konkret: Du musst aufhören zu trinken, obwohl du trinken willst. Das heißt nicht, dass du permanent mit dir selbst kämpfen musst. Im Gegenteil. Es bedeutet vielmehr, dass du den Kampf als beendet erklärst und das Schlachtfeld verlässt. Es heißt: Du triffst eine Entscheidung und stellst diese Entscheidung niemals in Frage. Du akzeptierst, dass du weiterhin trinken willst. Du machst es halt einfach nur nicht mehr. 

Ich weiß, das ist fies. Das war der Punkt, an dem ich mir jahrelang die Zähne ausgebissen habe. Aber es geht weiter mit ganz konkreten Sachen, die für mich deutlich einfacher zu kapieren waren, versprochen. Du kannst auch erstmal die Punkte 4 bis 10 umsetzen und unterdessen weiter trinken. Die Reihenfolge ist bei diesem Programm nicht wichtig. 

4 — Gib dir die sober Gehirnwäsche

Lies Quitlit!* Wann immer du eine freie Minute hast, lies dir Zeug zum Thema Alkohol und Nüchternheit durch. Blogs, Bücher, online Foren. Lies von Leuten, die aufgehört haben und lass dir von denen erklären, wie es geht. Lies in jeder freien Minute. Lies nichts anderes mehr. Ignorier die Nachrichten und andere Themen, die sich dir aufdrängen. Wenn du zuhause bist, lies. Wenn du unterwegs bist, hör Podcasts und Hörbücher. Du muss nichtmal Geld ausgeben; es gibt tausende Stunden kostenlosen Content. Wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst, hör die SodaKlub Podcast Folge Quitlit. Baller deinen Kopf richtig zu mit Informationen darüber, wie man es macht, mit dem Alkohol aufzuhören. Irgendwas davon wird verfangen, wie ein nerviger Werbeslogan. Selbst wenn du beim Lesen weiter trinkst, zahlst du schon auf dein Nüchternheits-Konto ein. 

*Quitlit, die — Substantiv: Literarisches Genre, das sich mit dem Überwinden (engl.: quitting) von Abhängigkeit (i.d.R. von Alkohol und anderen Drogen) befasst.

5 — Priorisiere deine Nüchternheit

Du musst erstmal deine Beziehung zu deiner Mutter aufarbeiten, bevor du aufhören kannst zu trinken? Du musst erstmal deine Depressionen behandeln, Traumatherapie machen, deine Bitch verlassen? Du musst erstmal diesen dunklen Winter rum kriegen? Umziehen? Den Job wechseln? Stabilität in dein Leben bringen? Deine Wohnung renovieren? Einen Typen finden, der dich rettet? Und dann kannst du dich um dein Alkoholproblem kümmern? Der richtige Zeitpunkt ist einfach noch nicht da? Spoiler: Er wird nicht kommen. 

Der Fehler besteht darin, das Trinken als ein gleichberechtigtes Problem neben all den anderen Problemen zu betrachten. Doch das Trinken ist kein gleichberechtigtes Problem. Es ist das Betriebssystem, auf dem all deine anderen Probleme laufen. Alkohol schaltet deine Problemlösungsfähigkeit selbst aus. Er macht dich träge, unflexibel und handlungsunfähig. Das Trinken ist der Umweg, der dich zuverlässig an allen Lösungen vorbei schleust. Du kannst nichts substanzielles ändern, solange du abhängig bist. Alkohol lähmt dich innerlich. Und auch wenn du irgendwann einmal einen guten Grund hattest, mit dem Trinken anzufangen, reicht es mittlerweile nicht mehr, diesen Grund zu finden und an ihm herum zu therapieren. Denn Alkohol avanciert sehr schnell zu deinem Nummer-Eins-Problem, einfach deswegen, weil es ein Gift ist, das abhängig macht.

Du kannst seelische Probleme nur nachhaltig lösen, wenn du nüchtern bist. Wusstest du zum Beispiel, dass deine Antidepressiva nicht wirken, wenn du weiter trinkst? Viele Trinker:innen wissen das nicht. Was hauptsächlich daran liegt, dass sie ihre Psychiater belügen. (Merke: Wenn du deinen Psychiater belügst, belügst du im Prinzip dich selbst und deine Therapie ist eher eine Beschäftigungstherapie.)

Das Trinken ist also jetzt on top of your list und das nervt, weil es als Problem so unendlich unsexy ist. Aber das Tolle daran ist: Jedes andere Problem wird leichter zu lösen sein, wenn du erst das Trinken ausgeschaltet hast. Und manche Probleme werden sogar einfach so, puff, von selbst verschwinden. 

6 — Konzentriere dich auf das Jetzt

Die AA haben ein simples, aber geniales Mantra: Nur für heute. 

Du musst nicht darüber nachdenken, ob du für immer aufhören wirst zu trinken. Du musst nicht wissen, wie der Rest deines Lebens laufen wird, du musst nicht wissen, wie du deinen Geburtstag überstehst. Du musst es nur für heute wissen. Heute nicht zu trinken ist dein einziger Job. Wenn 24 Stunden schon zu lang erscheinen, brich es runter: Ich trinke nur eine Stunde nicht. Nur eine Minute. Nur jetzt. Und jetzt. Und jetzt. 

Jetzt ist der einzige Moment, den du kontrollieren kannst und der einzige, der wichtig ist. Über alles andere kannst du dir später Gedanken machen. 

7 — Geh raus

Kopf dicht? Wütend? Verzweifelt? Streit gehabt? Du kannst es keine Sekunde länger ertragen, in dem Zustand zu sein, in dem du gerade bist? Dann geh raus. Raus auf die Straße, raus in den Wald. Lauf los, um den Block, ziellos, wohin auch immer. Sich durch den offenen Raum zu bewegen, führt zu Bewegung in dir. Wir sind Wesen, die in ständigem Austausch mit unserer äußeren Umgebung stehen. Wie du dich durch den Raum bewegst, so bewegt sich der Raum auch durch dich. 

Ich habe zu Beginn meiner Nüchternheit auch meditiert, aber meditieren war oft eine ziemliche Herausforderung für mich, weil ich es sehr schwer fand, mich dazu durchzuringen, in mein Inneres hinein zu hören, wenn ich extrem aufgewühlt oder traurig oder verängstigt war. Laufen ist einfacher. Es ist eine so natürliche Tätigkeit, dass es kaum Starthürden gibt. Laufen ist meditieren light. 

8 — Such dir eine Community

Deine Freunde, die kein Ding mit Alkohol am Laufen haben, werden nicht verstehen, was gerade für eine lebensverändernde Transformation mit dir abläuft. Und deine Freunde, die ein Ding mit Alkohol am Laufen haben, sich darum aber nicht kümmern, werden deine lebensverändernde Transformation bestenfalls ignorieren und schlimmstenfalls sabotieren. Es ist aber wichtig, dass du mit jemandem über deine lebensverändernde Transformation reden kannst. Du brauchst also neue Freunde. Such dir welche. 

Es gibt Communities im Internet, zum Beispiel in der Facebook Gruppe von me_sober. Wenn du die da alle blöd findest, gründe eine Meetup Gruppe und organisier einen nüchternen Kaffeeklatsch. Ich kenne einen Typen, der seine eigene Selbsthilfegruppe gegründet hat, weil er alle existierenden scheiße fand. Oder mach was mit Spiritualität. Beim Yoga oder in Meditations-Workshops tummeln sich verdächtig viele nüchterne Leute. 

Die Hürde, zu den Anonymen Alkoholikern zu gehen ist ziemlich hoch, besonders, wenn man sich nicht als Alkoholiker:in bezeichnen will und ich verstehe das sehr gut. Trotzdem rate ich immer allen, es zumindest zu versuchen. Es ist immer noch die größte existierende Organisation für nüchterne Menschen und sie besteht aus sehr vielen, sehr unterschiedlichen Leuten. Jede Gruppe ist anders und wenn du es ein bisschen versuchst und verschiedene ausprobierst, stehen die Chancen nicht schlecht, dass du eine Handvoll Leute findest, mit denen du etwas anfangen kannst. Ich habe bei AA noch nie eine Person getroffen, die nicht aus tiefstem Herzen bereit war, zu helfen. Die AA sind immer ansprechbar, es gibt sie auf der ganzen Welt und es sind viele. 

9 — Beweg dich

Meine Beziehung zum Sport wird am besten zusammengefasst in der Jogging-Szene des Films American Beauty. Lester Burnham, der frustrierte midlife-crisis-gebeutelte Familienvater geht mit seinen heißen, durchtrainierten Nachbarn joggen. Die fragen ihn: »Willst du nur deine Ausdauer verbessern oder auch deine Kraft und Beweglichkeit steigern?« Seine Antwort: »Ich will nackt gut aussehen.«

Das bringt meine Beziehung zum Sport perfekt auf den Punkt. Wenn mir egal wäre, wie ich aussehe, dann hätte ich nie auch nur ein einziges freiwilliges Workout gemacht. Ich kenne Leute, die irgendwie schon sportlich auf die Welt gekommen sind. Ich bin nicht so jemand. Aber ich habe irgendwann mal mit Krafttraining angefangen, weil ich einen besseren Arsch wollte und ich habe mit Laufen angefangen, weil ich gerne Lasagne essen will, ohne wie Lasagne auszusehen. Und während ich widerwillig meine Trainingseinheiten hinter mich brachte, merkte ich ganz nebenbei, dass es etwas in mir veränderte.

Ich wurde stärker. Kam besser mit meinen Gefühlen zurecht. Wurde klarer im Kopf, entspannter, hatte weniger Angst und war weniger anfällig für Schwermut, Schlaflosigkeit, Wut, Traurigkeit und Pessimismus. Ärzte sollten das ihren depressiven Patienten häufiger sagen (tun es aber nicht, weil Medikamente verschreiben sich viel mehr lohnt): Die positiven, psychologischen Effekte von körperlicher Bewegung sind gut erforscht und in zahllosen Studien nachgewiesen worden. Bei vielen hilft Ausdauersport gegen die Symptome von Depressionen. 

Ich persönlich bin immer noch nicht zu einem sportlichen Menschen geworden. mein natürlicher Zustand ist immer noch eher Pizza essend auf dem Sofa liegen. Aber nachdem ich laufen war, geht es mir immer, immer, immer besser als vorher. 

10 — Hab eine Vision

Ich bin sehr cool und hätte mir noch vor Kurzem nicht im Traum ausmalen können, dass ich mal etwas so lames mache, wie Leuten öffentlich zu raten, ein Visionboard zu erstellen, aber scheiß drauf, ich tue es hiermit: Erstelle ein Visionboard.

Ich weiß es: Tief in dir trägst du die geheimen Bilder deiner Sehnsucht mit dir herum. Das Leben, das du willst, und dir nicht zugestehst, weil du denkst, es sei zu viel verlangt oder es existiere bloß in Magazinen. Du kannst es sehen, das Leben, in dem du frei bist. In dem du die Person bist, die du bist, wenn du glücklich bist. Eine helle, vollständige Version deiner selbst. Sammle Bilder, die deine Sehnsucht illustrieren. Entwerfe den Look für dein neues Leben. Stell dir vor, wie viel eleganter, fitter, schöner, klüger und witziger du sein wirst, wenn du erst nüchtern bist. Romantisiere deine alkoholfreie Zukunft hemmungslos. Häng dir deine Collage an die Wand und schau sie dir jeden Tag an.

Meine Sehnsucht bestand aus Bildern von weißen Betten und Terrassen, die auf den Strand rausgehen und einer durchlässigen Haut und Wind in den Haaren und reinem, klaren Wasser und Sonnenflecken auf einem abgezogenen Dielenboden am Sonntag Nachmittag und dunkelblauen Pullovern aus 100 Prozent Kaschmir und einem hübschen Typen, der viel lächelt und sich beim Essen den Kaugummi auf den Handrücken klebt (für später) und der nie gemein zu mir ist. Meine Sehnsucht waren klare, ehrliche Worte, schwarze Tinte auf schneeweißem Papier, Einfachheit. Eleganz. 

Und dann wird alles gut.

Denn entgegen den meisten anderen Phantasien, die ich so im Laufe meines Lebens unterhalten habe (von Geld, Schlankheit oder romantischer Liebe), hält die Nüchternheit tatsächlich ihre Versprechen. Die Nüchternheit ist wirklich so super, wie die Leute immer sagen. Ich habe noch nie eine Ex-Trinkerin getroffen, die sich gewünscht hätte, wieder in ihr altes Leben zurück zu kehren. Noch nicht EINE! Das ist ein einstimmiges Votum pro Nüchternheit, Girl. Was soll ich sagen. Du wirst nicht weniger Probleme haben und das Leben wird nicht leicht sein. Aber du wirst bessere und interessantere Probleme haben, anstatt immer nur das eine, langweilige. 

Ich verspreche dir: Egal, wie lange es dauert und egal, wie oft du hinfällst und wieder aufstehst, es wird der Tag kommen, an dem du den Alkohol genauso wenig vermisst wie diesen Vollidioten, mit dem du im ersten Unisemester rumgemacht hast. Damals dachtest du, der sei die Antwort auf all deine Fragen. Heute weißt du: Das war ein ziemlicher Honk. Du brauchst ihn nicht.