Warum ausgerechnet die Eisbahn
Im Januar sind die Abende lang und die Ideen kurz. Die Kneipe liegt nahe, weil sie warm ist und man nicht nachdenken muss. Die Eisbahn ist das Gegenteil, und genau deshalb funktioniert sie: Du hast etwas zu tun, ihr seid beide ein bisschen unbeholfen, und wer einmal am Arm des anderen über das Eis gerutscht ist, hat die erste Verlegenheit hinter sich. Niemand erwartet dort ein geistreiches Gespräch. Es reicht, gemeinsam nicht hinzufallen.
Viele Städte haben im Winter eine Eisfläche unter freiem Himmel, oft auf einem Platz oder in einem Park, dazu Hallen, die das ganze Jahr geöffnet haben. Schlittschuhe kann man fast überall leihen. Wer noch nie auf dem Eis stand, sagt das vorher. Das ist kein Nachteil, sondern ein Gesprächsthema, und es nimmt dem anderen die Sorge, selbst der Ungeschickteste zu sein.

So kann der Nachmittag laufen
- Treffen am Eingang, Schuhe leihen, Taschen ins Schließfach. Die ersten fünf Minuten am Rand festhalten ist erlaubt.
- Runden drehen. Wer sicherer ist, fährt rückwärts vor und erklärt, ohne zu belehren.
- Pause auf der Bank am Rand, Thermoskanne auf. Ausstieg möglich
- Noch eine halbe Stunde Eis, während es dunkel wird und die Lampen angehen.
- Schuhe zurück. Entweder Verabschiedung oder Verlängerung: Suppe, Kuchen, ein warmes Café um die Ecke. Ausstieg möglich
Was in die Thermoskanne kommt
An vielen Eisbahnen gibt es Glühwein und kaum etwas anderes. Eine eigene Kanne löst das Problem, bevor es eines wird, und sie ist auch ein kleines Zeichen von Vorbereitung, das gut ankommt. Der Punsch unten schmeckt nach Weihnachtsmarkt, nur klarer: Apfel, Ingwer, Zitrone, ein paar Gewürze. Er lässt sich am Vormittag kochen und bleibt in einer guten Kanne stundenlang heiß.
Apfel-Ingwer-Punsch für eine Kanne
15 Minuten · ergibt etwa 1 Liter · für zwei Personen mit Nachschenken
- 700 ml naturtrüber Apfelsaft
- 300 ml Wasser oder Früchtetee
- 3 cm frischer Ingwer, in Scheiben
- 1 Zimtstange
- 3 Nelken, 1 Sternanis
- Saft einer halben Zitrone
- 1 TL Honig, nach Geschmack
- Saft, Wasser oder Tee, Ingwer und Gewürze in einen Topf geben und langsam erhitzen.
- Zehn Minuten knapp unter dem Siedepunkt ziehen lassen, nicht sprudelnd kochen.
- Gewürze und Ingwer herausnehmen, Zitronensaft und Honig einrühren.
- Die Kanne vorher mit heißem Wasser ausspülen, dann den Punsch einfüllen.
Zwei Becher mit Deckel sind praktischer als Tassen, weil man sie auf der Bank abstellen kann, ohne dass Schnee hineinweht. Wer keine Gewürze mag, lässt Nelken und Sternanis weg und nimmt nur Zimt. Wer es weniger süß mag, ersetzt einen Teil des Saftes durch Hagebuttentee.
Was man anzieht
Auf dem Eis entscheidet die Kleidung darüber, ob man nach einer halben Stunde noch Spaß hat. Mehrere dünne Schichten sind besser als eine dicke Jacke, weil einem beim Fahren schnell warm wird und beim Sitzen auf der Bank genauso schnell kalt. Eine Hose, in der man sich gut bewegen kann, ist wichtiger als die schönste Jeans. Dicke Socken gehören in den Leihschuh, aber nur ein Paar, sonst wird es eng und die Füße schlafen ein. Handschuhe sind Pflicht, nicht nur gegen die Kälte, sondern auch für den Fall, dass man doch einmal mit den Händen auf dem Eis landet. Eine Mütze passt in jede Jackentasche.
Taschen und Rucksäcke bleiben im Schließfach. Wer nur Telefon, Schlüssel und Becher dabeihat, fährt entspannter und muss sich beim Hinfallen um nichts sorgen.
Wenn es nicht weitergeht
Die Eisbahn hat einen Vorteil, den eine Bar nicht hat: Sie endet von selbst. Spätestens wenn die Füße kalt werden, ist der Moment da, an dem beide gehen können, ohne dass jemand eine Ausrede braucht. Läuft es gut, liegt die Verlängerung ebenso nahe. Ein Café mit Suppe auf der Karte ist um fünf Uhr nachmittags meist noch ruhig, und nach einer Stunde in der Kälte schmeckt jede Suppe doppelt gut.
Wenn kein Eis in der Nähe ist
Nicht jede Stadt baut im Winter eine Eisfläche auf, und manche Hallen sind am Wochenende voll mit Vereinstraining. Die Idee dahinter lässt sich übertragen: etwas Körperliches, bei dem beide Anfänger sein dürfen, und eine Pause mit etwas Heißem. Eine Rodelbahn am Stadtrand, eine Boulderhalle mit Schnupperkurs oder ein langer Spaziergang über einen gefrorenen Feldweg erfüllen denselben Zweck. Die Thermoskanne kommt überallhin mit, und der Ablauf mit Pause und Ausstieg bleibt derselbe.
Mehr über den eingebauten Ausstieg und den richtigen Satz, wenn jemand doch noch einen Glühwein holen will, steht in den sieben Handgriffen für das erste Treffen. Weitere Füllungen für die Kanne findest du unter Im Becher. Und wer lieber drinnen bleibt: Der Februar im Gewächshaus ist die warme Alternative.