12Zwölf Verabredungen
04April

· Draußen · 4 Min. Lesezeit

April: am Kanal entlang radeln

Eine flache Strecke am Wasser, ein paar Pausen und so viele Umkehrpunkte, wie ihr braucht

Treffpunkt
an einer Brücke
Uhrzeit
13:00
Dauer
2 bis 3 Std.
Kosten
nichts
Im Becher
Rhabarberschorle

Warum nebeneinander leichter ist

Es gibt eine alte Beobachtung, die viele aus Autofahrten kennen: Nebeneinander redet es sich leichter als gegenüber. Man muss sich nicht die ganze Zeit ansehen, Pausen fallen nicht auf, und schwierige Themen kommen eher zur Sprache, wenn beide nach vorne schauen. Eine Radtour nutzt genau das. Dazu kommt der April selbst: Die Tage werden länger, an den Ufern wird es grün, und es ist noch nicht so voll wie im Sommer.

Eine Strecke am Wasser hat einen weiteren Vorteil. Sie ist flach, sie ist leicht zu finden, und sie hat fast immer Bänke. Ob Kanal, Fluss oder Seeufer: Ein Weg, auf dem man nebeneinander fahren kann, ohne ständig auf Autos zu achten, ist das Wichtigste.

Ein Fahrrad steht unter einem Baum am Ufer, dahinter glitzert das Wasser
14:00 · die erste Bank am Wasser

So kann der Nachmittag laufen

  1. Treffen an der Brücke, kurzer Blick auf die Strecke, Flasche in den Korb.
  2. Langsam losfahren, nebeneinander, wo es geht. Kein Tempo, keine Kilometer zählen.
  3. Erste Bank, Schorle aus der Flasche, Füße hochlegen. Ausstieg möglich
  4. Weiter bis zum nächsten Ort mit Café oder Kiosk, oder umdrehen.
  5. Zweite Pause, ein Stück Kuchen, dann gemeinsam zurück. Ausstieg möglich
  6. Zurück an der Brücke. Wer will, fährt noch ein Stück zusammen in Richtung Heimweg.

Wie lang die Strecke sein sollte

Kürzer als gedacht. Für ein erstes oder zweites Treffen reichen zehn bis fünfzehn Kilometer, hin und zurück. Das ist in gemütlichem Tempo in einer guten Stunde zu schaffen, dazu kommen die Pausen. Wichtiger als die Länge sind die Umkehrpunkte: Wenn nach der ersten Bank klar ist, dass es nicht passt, fährt man einfach zurück, und niemand musste eine Ausrede erfinden. Wenn es gut läuft, gibt es immer einen nächsten Ort, an dem man noch einmal anhalten kann.

Vorher kurz klären, wer welches Rad hat. Ein schweres Hollandrad und ein leichtes Rennrad passen schlecht zusammen, und niemand möchte die ganze Zeit warten oder hinterherhecheln. Leihräder sind eine gute Lösung, wenn einer kein eigenes hat.

Die richtige Strecke finden

Gute Strecken für ein Treffen haben drei Eigenschaften: Sie sind breit genug für zwei nebeneinander, sie haben wenig Autoverkehr, und es gibt unterwegs Orte zum Anhalten. Treidelpfade an Kanälen erfüllen das fast immer, ebenso Uferwege an Flüssen und Wege um Seen. Wer die Gegend nicht kennt, schaut auf einer Karte nach blauen Linien und folgt ihnen. Wo Wasser ist, gibt es meist auch einen Weg daneben.

Vorher einmal allein abzufahren ist nicht nötig, kann aber beruhigen. Man weiß dann, wo die erste Bank steht, wo eine Brücke zum Umkehren einlädt und wo es ein Café mit Toilette gibt. Gerade beim ersten Treffen ist es angenehm, nicht ständig auf das Telefon schauen zu müssen, um den Weg zu finden. Wer den Weg kennt, kann sich auf das Gespräch konzentrieren.

Ein kleiner Hinweis zu Wochenenden: An sonnigen Sonntagen sind beliebte Uferwege voll mit Familien, Joggern und Rennradgruppen. Ein Samstagnachmittag oder ein früher Sonntagvormittag ist oft ruhiger.

Was in die Flasche kommt

Im April beginnt die Rhabarberzeit, und eine Rhabarberschorle ist das passende Getränk dazu: säuerlich, frisch und hellrosa. Den Sirup kocht man am Vortag, dann wird er mit kaltem Sprudel in eine Glas- oder Edelstahlflasche gefüllt. Weil Kohlensäure in einer Flasche mit Schraubverschluss unterwegs gut hält, ist sie hier, anders als in der Thermoskanne, kein Problem. Die Flasche sollte allerdings nicht in der prallen Sonne liegen.

Rhabarbersirup für mehrere Flaschen Schorle

30 Minuten plus Abkühlen · ergibt etwa 400 ml Sirup

  • 500 g Rhabarber, in Stücken
  • 300 ml Wasser
  • 150 g Zucker
  • Saft einer halben Zitrone
  • nach Wunsch ein Stück Vanilleschote
  1. Rhabarber mit Wasser und Zucker aufkochen und zehn Minuten leise köcheln lassen, bis er zerfällt.
  2. Durch ein feines Sieb oder ein Tuch abgießen, nicht ausdrücken, dann bleibt der Sirup klar.
  3. Zitronensaft einrühren, in eine saubere Flasche füllen und kalt stellen.
  4. Für die Schorle etwa ein Teil Sirup auf fünf Teile kaltes Sprudelwasser.

Der Sirup hält im Kühlschrank gut eine Woche. Mit stillem Wasser und Eiswürfeln wird daraus eine Limonade, mit Tonic ein herberer Drink für den Abend.

Wenn das Wetter kippt

Aprilwetter ist launisch. Eine leichte Regenjacke gehört in die Tasche, und es schadet nicht, an der Strecke ein Café zu kennen, in dem man einen Schauer abwarten kann. Wenn es richtig regnet, wird aus der Radtour ein Nachmittag im Spielecafé oder ein Besuch im Gewächshaus. Wer dagegen Lust auf mehr Wasser bekommen hat, merkt sich den Juni am Ufer vor, wenn es abends lange hell bleibt.