12Zwölf Verabredungen
08August

· Draußen · 4 Min. Lesezeit

August: Picknick am See

Eine Decke, zwei Körbe und die Regel, dass jeder eine Sache selbst macht

Treffpunkt
am Parkplatz zum See
Uhrzeit
16:00
Dauer
ca. 3 Std.
Kosten
Zutaten für ein Gericht
Im Becher
Beeren-Shrub mit Soda

Warum ein Picknick mit Regel

Ein Picknick ist eigentlich die einfachste Verabredung der Welt. Damit es mehr wird als zwei Tüten aus dem Supermarkt, gibt es eine kleine Regel: Jeder bringt genau eine Sache mit, die er selbst gemacht hat. Das darf ein aufwendiger Kuchen sein oder ein Dip aus Joghurt und Kräutern, ein Nudelsalat oder ein Glas eingelegtes Gemüse. Es geht nicht um Kochkunst, sondern darum, dass jeder etwas von sich mitbringt. Über ein selbst gemachtes Gericht redet es sich leichter als über den Beruf, und man erfährt nebenbei, ob jemand lieber nach Rezept arbeitet oder aus dem Kühlschrank improvisiert.

Der August ist dafür der beste Monat. Die Abende sind warm, die Seen haben ihre höchste Temperatur, und auf den Märkten gibt es Beeren, Tomaten und Pfirsiche im Überfluss.

Ein Picknickkorb steht auf einer rot karierten Decke im Gras, daneben Brot und Obst
16:15 · die Decke liegt

So kann der Nachmittag laufen

  1. Treffen am Parkplatz oder an der Haltestelle, gemeinsam einen Platz am Ufer suchen.
  2. Decke ausbreiten, Getränke einschenken, die mitgebrachten Gerichte auspacken.
  3. Essen, probieren, erzählen, wie das eigene Gericht entstanden ist. Ausstieg möglich
  4. Ans Wasser gehen, Füße hinein oder eine Runde schwimmen.
  5. Zusammenpacken, Müll mitnehmen, gemeinsam zurück. Ausstieg möglich

Was sich für die Decke eignet

Am besten funktionieren Gerichte, die bei Zimmertemperatur gut schmecken und sich ohne Teller essen lassen: Ofengemüse, ein Salat aus Linsen oder Getreide, belegte Brote, Frikadellen aus Gemüse, Obst, das schon geschnitten ist. Weniger geeignet ist alles, was schnell warm wird und dann nicht mehr schmeckt, und alles mit viel Soße. Ein Schneidebrett und ein Messer gehören in jeden Korb, für die Melone, die Tomaten und das Brot.

Wer ausführlicher wissen möchte, was in den Korb und in die Essensthermos passt, findet im Beitrag über Essen für unterwegs eine ganze Liste.

Wenn das Gericht misslingt

Es kommt vor, dass der Kuchen in der Mitte zusammenfällt, der Salat zu salzig geraten ist oder der Dip auf dem Weg im Rucksack ausgelaufen ist. Das ist kein Unglück, sondern oft der beste Teil des Nachmittags. Ein misslungenes Gericht erzählt eine Geschichte, und wer darüber lachen kann, zeigt etwas Sympathisches von sich. Viel schwieriger ist ein perfektes Gericht, über das es nichts zu sagen gibt.

Als Absicherung genügt eine Kleinigkeit aus dem Laden, die nicht zur Regel zählt: ein gutes Brot, eine Schale Kirschen, ein Stück Käse. Damit wird niemand hungrig nach Hause gehen, selbst wenn beide Gerichte danebengehen.

Und noch ein Gedanke zur Menge: Für zwei Personen reicht von jedem Gericht eine kleine Portion. Wer zu viel mitbringt, schleppt es am Abend wieder nach Hause, und eine Decke voller Schüsseln wirkt eher wie ein Familienfest als wie ein Treffen zu zweit.

Was in die Flasche kommt

Ein Shrub ist ein alter Trinkessig: Früchte, Zucker und Essig, ein paar Tage zusammen ziehen lassen und dann abseihen. Das klingt ungewöhnlich, schmeckt aber mit Sodawasser verdünnt wie eine besonders frische, leicht säuerliche Limonade. Der Essig sorgt dafür, dass das Getränk nicht klebrig wird, und macht den Sirup haltbar. Für ein Picknick ist das ideal, weil die Flasche Shrub nicht kalt sein muss. Nur das Sodawasser sollte gekühlt sein.

Beeren-Shrub mit Soda

15 Minuten plus zwei Tage Ziehzeit · ergibt etwa 350 ml Shrub

  • 250 g gemischte Beeren
  • 200 g Zucker
  • 200 ml milder Apfelessig
  • ein Zweig Thymian oder Basilikum
  • kaltes Sodawasser zum Auffüllen
  1. Beeren leicht zerdrücken, mit Zucker und Kräutern mischen, abgedeckt zwei Tage in den Kühlschrank stellen.
  2. Durch ein Sieb abseihen, die Früchte dabei leicht ausdrücken.
  3. Den Essig in den Fruchtsirup rühren, bis sich der Zucker ganz aufgelöst hat.
  4. In eine saubere Flasche füllen. Pro Glas zwei Esslöffel Shrub, Eis und Soda.

Der Shrub hält im Kühlschrank mehrere Wochen und wird mit der Zeit runder. Wer ihn das erste Mal probiert, fängt mit weniger an: Ein Esslöffel auf ein Glas Soda reicht oft schon.

Wenn das Wetter nicht mitspielt

Ein Sommergewitter kann ein Picknick schnell beenden. Dann wird aus der Decke am See ein Tisch auf dem Balkon oder ein Picknick auf dem Wohnzimmerboden, falls man schon so weit ist. Die Regel mit dem selbst gemachten Gericht bleibt. Für heiße Tage ohne See passt das Freibad am späten Nachmittag, und wer Lust auf mehr Kochen bekommen hat, merkt sich den September mit Markthalle und gemeinsamem Kochen vor.