12Zwölf Verabredungen
07Juli

· Draußen · 4 Min. Lesezeit

Juli: Freibad am späten Nachmittag

Wenn die Familien nach Hause gehen und das Licht weich wird, gehört das Becken den Spätschwimmern

Treffpunkt
vor dem Drehkreuz
Uhrzeit
17:00
Dauer
bis Badeschluss
Kosten
Feierabendtarif, Pommes
Im Becher
Wassermelone und Limette

Warum das Freibad, und warum spät

Im Juli ist es tagsüber zu heiß für alles, was mit Laufen oder Sitzen in der Sonne zu tun hat. Das Freibad ist die naheliegende Antwort, aber um zwei Uhr nachmittags ist es voll, laut und hektisch. Ab etwa fünf Uhr ändert sich das. Die Familien packen ein, die Liegewiese leert sich, und viele Bäder bieten einen günstigeren Feierabendtarif an. Das Licht wird weich, das Wasser ist warm vom Tag, und auf den Bahnen ist plötzlich Platz.

Für ein erstes Treffen klingt ein Freibad vielleicht mutig. In Badesachen ist man sichtbarer als im Café, und nicht jeder mag das. Deshalb eignet sich diese Idee eher für das zweite oder dritte Treffen, oder für zwei, die schon wissen, dass sie gern schwimmen. Wer unsicher ist, fragt einfach vorher: „Gehst du gern ins Freibad?“ ist eine harmlose Frage.

Ein leeres Freibadbecken unter freiem Himmel, dahinter bewaldete Hügel
17:30 · die Bahnen leeren sich

So kann der Abend laufen

  1. Treffen vor dem Drehkreuz, Feierabendtarif zahlen, einen Platz im Schatten suchen.
  2. Erst schwimmen. Ein paar Bahnen nebeneinander, dann am Beckenrand ausruhen.
  3. Auf die Decke, Kanne auf, Wassermelone in den Becher. Ausstieg möglich
  4. Pommes vom Kiosk, das gehört dazu. Noch einmal ins Wasser, wer mag.
  5. Badeschluss naht. Duschen, umziehen, gemeinsam zum Ausgang. Ausstieg möglich

Kleine Dinge, die viel ausmachen

Zwei Handtücher pro Person sind kein Luxus: eines zum Liegen, eines zum Abtrocknen. Eine Decke ist noch besser, weil sie einen gemeinsamen Platz schafft, ohne dass man die Handtücher aneinanderschieben muss. Sonnencreme braucht man auch am Abend noch, die Sonne steht im Juli um sechs Uhr hoch genug. Und ein Pulli für den Heimweg verhindert, dass die Verabschiedung zitternd stattfindet.

Wer nicht gut schwimmen kann, sagt das am besten gleich. Im Freibad kann man auch im Nichtschwimmerbecken stehen und reden, oder am Rand sitzen und die Füße ins Wasser hängen. Niemand muss Bahnen ziehen.

Pommes, Eis und der Kiosk

Zum Freibad gehört der Kiosk, und das ist auch gut so. Eine Schale Pommes, auf der Wiese geteilt, ist einer der unkompliziertesten Momente, die ein Treffen haben kann. Niemand isst dabei elegant, und genau das nimmt die Anspannung. Ein Eis am Stiel zum Abschluss ist ebenso eine Tradition, die man nicht erklären muss. Wer vorher weiß, ob der andere Vegetarier ist oder kein Gluten verträgt, vermeidet die Situation, dass er am Kiosk nur zuschauen kann.

Wer die Kanne vergessen hat, findet am Kiosk meist auch Mineralwasser oder eine Apfelschorle. Das ist keine schlechte Wahl. Weniger gut sind die großen Becher mit Softdrinks, die nach einer halben Stunde in der Sonne warm und noch süßer schmecken.

Was in die Kanne kommt

Am Freibadkiosk gibt es in der Regel Cola, Eistee und Bier. Eine Kanne mit Wassermelone und Limette ist dagegen kaum süß, sehr kalt und so leuchtend rot, dass sie auf der Wiese auffällt. Die Melone liefert die Süße fast allein, die Limette sorgt dafür, dass es nicht fad schmeckt. In einer vorgekühlten Kanne mit Eiswürfeln bleibt es bis zum Badeschluss kalt.

Wassermelone mit Limette für eine Kanne

10 Minuten · ergibt etwa 1 Liter

  • 800 g Wassermelone ohne Schale
  • Saft von zwei Limetten
  • 300 ml kaltes Wasser
  • ein paar Minzblätter
  • 1 TL Zucker oder Sirup, nur wenn nötig
  • viel Eis
  1. Melone grob würfeln, Kerne so gut es geht entfernen.
  2. Mit Limettensaft und Wasser fein pürieren, durch ein Sieb gießen.
  3. Abschmecken, nur bei sehr wässriger Melone etwas süßen.
  4. Die Kanne mit Eiswasser vorkühlen, dann Saft, Minze und Eis einfüllen.

Viele Freibäder erlauben mitgebrachte Getränke, verbieten aber Glas auf der Liegewiese und am Becken. Eine Kanne aus Edelstahl und zwei Becher aus Kunststoff oder Emaille sind deshalb die bessere Wahl. Ein Blick in die Badeordnung am Eingang klärt die Einzelheiten.

Was übrig bleibt, wird zu Hause in einer Eiswürfelform eingefroren. Die roten Würfel machen aus jedem Sprudelwasser am nächsten Tag etwas Besonderes.

Wenn kein Freibad in der Nähe ist

Ein Badesee hat dieselbe Wirkung, oft sogar mit mehr Ruhe. Auch ein Flussbad oder eine offizielle Badestelle eignet sich, solange das Baden dort erlaubt ist. Wer gar nicht ins Wasser möchte, geht an den Rand des Wassers: Der Juni am Ufer funktioniert auch im Juli. Für das nächste Treffen bietet sich ein Picknick am See an, bei dem jeder etwas Selbstgemachtes mitbringt. Warum der Kiosk so selten etwas anderes als Süßes anbietet, steht im Beitrag über gekaufte Limonaden und ihr Kleingedrucktes.