12Zwölf Verabredungen
09September

· Drinnen · 4 Min. Lesezeit

September: Markthalle, dann zusammen kochen

Ein Einkaufszettel mit Lücken, ein Brett für jeden und ein Gericht, das auch gelingt, wenn man viel redet

Treffpunkt
am Eingang der Halle
Uhrzeit
16:00
Dauer
ca. 3 Std.
Kosten
Zutaten für zwei
Im Becher
Apfel-Salbei-Schorle

Warum Einkaufen und Kochen

Ein gemeinsames Kochen ist nichts für das allererste Treffen, es findet in einer Wohnung statt, und das braucht Vertrauen. Für das zweite oder dritte Treffen ist es aber eine der schönsten Ideen in diesem Kalender. Es hat zwei Teile, die sich gut ergänzen. In der Markthalle seid ihr unterwegs, schaut, probiert und entscheidet gemeinsam. In der Küche habt ihr beide etwas in der Hand. Schneiden, Rühren und Abschmecken sind gute Gründe, nicht ständig reden zu müssen, und trotzdem redet man die ganze Zeit.

Der September ist dafür ideal. Die Stände sind voll mit Kürbis, Pilzen, Pflaumen, Äpfeln und den letzten Tomaten des Sommers. Es ist noch hell genug, um nach dem Einkauf ein Stück zu Fuß zu gehen, und schon kühl genug, um Lust auf einen warmen Ofen zu haben.

Ein Marktstand mit Schalen voller Gemüse auf einer blau karierten Tischdecke
16:15 · erst einmal schauen

So kann der Abend laufen

  1. Treffen am Eingang der Markthalle oder des Wochenmarkts. Einkaufszettel teilen.
  2. Eine Runde schauen, dann einkaufen. Jeder darf eine Zutat frei wählen.
  3. Kurzer Weg zur Küche. Wenn es bis hierhin nicht passt, ist das der Abschied. Ausstieg möglich
  4. Kochen. Einer schneidet, einer rührt, dann wird gewechselt.
  5. Essen. Danach fällt der Abwasch an, und wer abspült, bleibt meistens noch. Ausstieg möglich

Der Einkaufszettel mit Lücken

Ein komplett durchgeplantes Menü nimmt der Markthalle den Reiz. Besser ist ein Zettel mit einem Grundgerüst und zwei Lücken. Das Grundgerüst steht fest, etwa „Ofengemüse mit Linsen und etwas Käse“ oder „Pasta mit einer Soße aus dem, was der Markt hergibt“. Die Lücken füllt jeder selbst: eine Zutat, die er am Stand entdeckt und unbedingt ausprobieren möchte. Das sorgt für eine kleine Überraschung, und es zeigt, wer neugierig ist und wer lieber auf Nummer sicher geht.

Wer die Küche stellt, sollte vorher wissen, ob der Gast etwas nicht isst. Eine kurze Frage am Vortag genügt.

Gerichte, die auch gelingen, wenn man viel redet

Geeignet ist alles, was verzeiht. Ein Blech mit Ofengemüse ist kaum zu verderben: Kürbis, Zwiebeln, Paprika, Kartoffeln, Öl, Salz, vierzig Minuten bei 200 Grad, dazu ein Joghurt mit Kräutern. Ein Risotto braucht Rühren, und Rühren ist eine schöne Aufgabe für den, der lieber zuschaut. Eine Pfanne mit Pilzen und Polenta geht schnell und sieht nach mehr aus, als sie ist. Nicht geeignet sind Gerichte, bei denen die Zeit auf die Minute stimmen muss. Man wird abgelenkt, und das soll man auch.

Wer gern mehr über Gerichte erfährt, die sich auch mitnehmen lassen, findet Ideen im Beitrag über Essen für unterwegs.

Die Küche vorbereiten

Wer die Küche stellt, räumt sie vorher ein wenig auf, aber nicht so sehr, dass sie wie ein Ausstellungsraum wirkt. Wichtiger ist, dass zwei Schneidebretter und zwei scharfe Messer bereitliegen. Nichts bremst gemeinsames Kochen so sehr wie ein einziges stumpfes Messer, um das man sich abwechseln muss. Eine zweite Schürze ist eine kleine Geste, die gut ankommt.

Die Aufgaben verteilen sich am besten nach dem, was jeder gern macht. Wer nicht viel kocht, schneidet Gemüse, rührt oder deckt den Tisch. Wer gern kocht, sollte widerstehen, alles selbst zu machen und dem anderen zu erklären, wie es richtig geht. Es ist kein Kochkurs. Musik im Hintergrund hilft, die ersten Minuten in einer fremden Küche zu überbrücken, aber leise genug, dass man sich unterhalten kann.

Was ins Glas kommt

Zu einem herbstlichen Ofengericht passt eine Schorle, die ein bisschen erwachsener schmeckt als reiner Apfelsaft. Salbei gibt ihr eine herbe, fast würzige Note. Das Rezept ist so einfach, dass der Gast es übernehmen kann, während der Ofen vorheizt.

Apfel-Salbei-Schorle für vier Gläser

5 Minuten plus 20 Minuten Ziehzeit

  • 500 ml naturtrüber Apfelsaft, kalt
  • 6 bis 8 Salbeiblätter
  • Saft einer halben Zitrone
  • 500 ml kaltes Sprudelwasser
  • Eiswürfel und Apfelscheiben
  1. Salbeiblätter zwischen den Händen leicht reiben und in den Apfelsaft legen.
  2. Zwanzig Minuten im Kühlschrank ziehen lassen, dann die Blätter herausnehmen.
  3. Zitronensaft dazugeben.
  4. Gläser zur Hälfte mit dem Salbei-Apfelsaft füllen, mit Sprudel auffüllen, Eis und eine Apfelscheibe dazu.

Wenn es keine Markthalle gibt

Ein Wochenmarkt am Samstagvormittag erfüllt denselben Zweck, ebenso ein Hofladen am Stadtrand oder ein Supermarkt mit guter Gemüseabteilung, wenn man sich die Regel mit den Lücken bewahrt. Wer lieber nicht in der eigenen Küche kocht, kann den Abend auch als Frühstück am Samstag anlegen. Und für den ersten verregneten Herbsttag wartet das Spielecafé im Oktober.