Wer aufhört, beim Ausgehen zu trinken, ob für einen Monat, ein Jahr oder ganz, merkt zuerst nicht, dass etwas fehlt, sondern dass die Abläufe nicht passen. Das klassische erste Treffen ist um acht in einer Bar und dreht sich um die Frage, wer die nächste Runde holt. Das geht auch anders, und es ist einfacher, als es klingt. Die folgenden sieben Handgriffe sind kein Ratgeber für Beziehungen, sondern Stellschrauben am Ablauf: Uhrzeit, Ort, ein Satz, ein Ende.
Die Uhrzeit nach vorn schieben
Ein Treffen um vier Uhr nachmittags weckt andere Erwartungen als eines um neun Uhr abends. Kaffee, Kuchen, ein Spaziergang: Niemand wundert sich, wenn dabei kein Alkohol auf dem Tisch steht. Der Abend bleibt frei für die Verlängerung, falls es gut läuft.
Einen Ort mit Beschäftigung wählen
Eisbahn, Flohmarkt, Museum, Spielecafé. Wenn beide etwas zu tun haben, entstehen Gesprächsthemen von allein, und Pausen sind keine Löcher. Der Kalender hat für jeden Monat einen Vorschlag.
Das Getränk vorher erwähnen
Ein Halbsatz in der Nachricht reicht: „Ich trinke keinen Alkohol, wie wäre ein Café?“ Damit ist das Thema erledigt, bevor ihr euch seht. Wer es nicht vorher sagen möchte, muss es auch nicht.
Einen kurzen Satz parat haben
„Für mich nicht, danke“ oder „Ich nehme die Ingwerlimo“. Kein Vortrag, keine Geschichte. Wer nachfragt, ist meistens neugierig und nicht kritisch, und eine knappe, freundliche Antwort beendet die Frage schneller als eine lange.
Etwas Gutes bestellen
Ein Glas Leitungswasser vor dir sieht nach Verzicht aus, ein frischer Tee oder eine selbst gemachte Limonade nach Genuss. Wer etwas mit Geschmack bestellt, fühlt sich am Tisch weniger als Ausnahme. Viele Cafés haben mehr Auswahl, als die Karte zeigt, nachfragen lohnt sich.
Den Ausstieg einbauen
Plane das erste Treffen so, dass es nach etwa einer Stunde ein natürliches Ende gibt: Die Eisbahn schließt, das Museum macht zu, der Markt baut ab. Dann kann jeder gehen, ohne sich zu erklären, und wer bleiben will, schlägt etwas Neues vor.
Beim zweiten Mal ruhig in die Bar
Ohne Alkohol auszugehen heißt nicht, Bars zu meiden. Beim zweiten Treffen ist ein Abend am Tresen kein Problem mehr, wenn man weiß, was man bestellt. Saures mit Soda, lang und mit viel Eis: Damit kann jede Bar etwas anfangen.
Und wenn jemand nachbohrt?
Meistens passiert gar nichts. Ab und zu sitzt aber jemand gegenüber, der nicht lockerlässt: „Nur ein Glas?“ Dann reicht dieselbe kurze Antwort ein zweites Mal, freundlich und ohne neue Begründung. Wer beim dritten Mal immer noch drängt, hat dir damit etwas Wichtiges über sich erzählt, und der eingebaute Ausstieg kommt genau richtig. Umgekehrt gilt dasselbe: Wenn dein Gegenüber trinkt, ist das kein Thema. Es geht nicht darum, wer was im Glas hat, sondern darum, dass sich beide wohlfühlen.

Was man am Tresen bestellen kann
Für das zweite oder dritte Treffen, wenn es doch eine Bar sein soll, hilft eine kleine Formel: etwas Saures, etwas Süßes, viel Soda, viel Eis. Fast jede Bar hat Zitronen, Limetten, Zuckersirup und Sodawasser, oft auch Ingwerbier, Tonic oder einen Fruchtsirup. Daraus entsteht ohne Aufwand ein langer Drink, der nach etwas aussieht und lange hält. Wer es herber mag, fragt nach Tonic mit einer Grapefruitscheibe. Wer lieber gar nicht erklärt, bestellt einfach „eine Limonade mit Limette und viel Eis“. Und wer vorher schon weiß, dass die Karte dünn ist, findet in den sechs Getränken für die Thermoskanne Ideen, die man mitnimmt.

Wenn du selbst einlädst
Wer den Vorschlag macht, bestimmt auch den Rahmen, und das ist ein Vorteil. Ein konkreter Vorschlag mit Ort, Tag und Uhrzeit nimmt dem anderen die Arbeit ab und lässt wenig Raum für das automatische „Dann treffen wir uns in der Bar“. Statt „Wollen wir mal was trinken gehen?“ also lieber: „Samstag um drei an der Eisbahn, danach Punsch aus der Kanne?“ Das klingt verbindlicher und zugleich leichter, weil der andere nur noch Ja oder Nein sagen muss. Wer unsicher ist, ob die Idee zu ungewöhnlich wirkt, legt eine zweite, klassischere daneben, etwa ein Café mit Fensterplatz. Fast immer wird die ungewöhnlichere gewählt.
Was sich dabei ändern kann
Ein Treffen am Nachmittag ist oft kürzer als ein Abend in der Bar, dafür hat es einen klaren Anfang und ein klares Ende. Man erinnert sich am nächsten Tag vielleicht an mehr als an den Namen des Lokals. Und ob man sich mag, lässt sich auch ohne zweites Glas herausfinden. Das ist keine Regel und kein Versprechen, sondern etwas, das sich ausprobieren lässt. Der einfachste Einstieg ist ein Nachmittag, den du sonst in der Kneipe verbracht hättest, zum Beispiel auf der Eisbahn mit einer Thermoskanne Punsch oder an einem Regentag im Spielecafé.
Wer mit Alkohol ein Problem hat oder sich um jemanden aus dem Umfeld sorgt, findet Hilfe bei der Sucht & Drogen Hotline.
Zuletzt überarbeitet am 8. Januar 2026.