12Zwölf Verabredungen
12Dezember

· Draußen · 4 Min. Lesezeit

Dezember: Lichterspaziergang und Punsch ohne

Eine Stunde, eine Runde, und der Weihnachtsmarkt ist nur eine Station, nicht das Ziel

Treffpunkt
an der Haltestelle
Uhrzeit
17:00
Dauer
ca. 1 Std.
Kosten
nichts
Im Becher
Orangen-Kardamom-Punsch

Warum ein Spaziergang im Dezember

Der Dezember ist der Monat der Verabredungen auf dem Weihnachtsmarkt, und der Weihnachtsmarkt ist der Monat des Glühweins. Wer nichts trinkt, steht dort oft mit einem Becher Kinderpunsch zwischen Leuten, die schon beim dritten sind. Ein Lichterspaziergang dreht das um. Der Markt ist nicht das Ziel, sondern eine Station auf einer Runde durch beleuchtete Straßen, Parks mit Lichterketten und Plätze, die man sonst nur im Vorbeifahren sieht.

Dazu kommt das Wetter. Es ist kalt, und Kälte verbindet. Man geht etwas schneller, etwas näher nebeneinander, und der warme Becher in der Hand wird zum Mittelpunkt des Abends. Nach einer Stunde ist man durchgefroren genug, um entweder nach Hause zu wollen oder gemeinsam irgendwo einzukehren.

Bäume mit Lichterketten säumen einen Weg in der Stadt am Abend
Eine Allee mit Lichtern, nur ein paar Minuten vom Markt

So kann der Abend laufen

  1. Treffen an einer Haltestelle in der Innenstadt. Es ist schon dunkel, die Lichter sind an.
  2. Erste Station: eine beleuchtete Einkaufsstraße, langsam hindurch.
  3. Pause auf einer Treppe oder einer Bank, Kanne auf, Punsch in die Becher. Ausstieg möglich
  4. Zweite Station: ein Park oder eine Allee mit Lichterketten.
  5. Dritte Station: der Weihnachtsmarkt. Gebrannte Mandeln teilen, dann Abschied oder Einkehr. Ausstieg möglich

Die Route planen

Eine Stunde reicht. Wer länger durch die Kälte läuft, verliert irgendwann die Freude daran. Drei Stationen sind ein gutes Maß: eine beleuchtete Straße, ein ruhigerer Ort mit Lichtern, und am Ende ein Platz, an dem man einkehren kann, falls es gut läuft. Die schönsten Lichter hängen oft nicht an der Hauptstraße, sondern in Nebenstraßen, Passagen und Innenhöfen. Es lohnt sich, die Strecke einmal vorher abzugehen oder auf der Karte zu planen, damit man nicht an einer dunklen Baustelle landet.

Der Weihnachtsmarkt ist am besten die letzte Station. Dort gibt es Licht, Musik und etwas zu essen, und das Gedränge sorgt dafür, dass man nicht lange bleibt. Wer am Glühweinstand vorbeikommt und gefragt wird, ob man nicht doch einen möchte, hat den passenden Satz aus den sieben Handgriffen parat: „Ich hab was Besseres dabei.“

Was man anzieht und mitnimmt

Eine Stunde draußen im Dezember ist länger, als es klingt, besonders wenn man langsam geht und stehen bleibt. Warme Schuhe sind wichtiger als eine schöne Jacke, denn kalte Füße beenden jeden Spaziergang vorzeitig. Mütze, Schal und Handschuhe gehören dazu, und wer Handschuhe trägt, mit denen man das Telefon bedienen kann, muss sie für ein Foto nicht ausziehen.

Becher mit Deckel sind im Dezember besonders wertvoll, weil der Punsch darin nicht so schnell abkühlt und man ihn beim Gehen halten kann, ohne etwas zu verschütten. Ein Paar Taschenwärmer, die man sich gegenseitig anbieten kann, sind eine kleine Aufmerksamkeit, die oft mehr bewirkt als ein großes Geschenk.

Und noch ein Rat: Die Lichter sind am schönsten in der ersten Stunde nach Einbruch der Dunkelheit, wenn der Himmel noch dunkelblau und nicht schwarz ist. Im Dezember ist das gegen halb fünf. Wer um diese Zeit losgeht, bekommt das beste Licht und ist trotzdem früh wieder zu Hause.

Was in die Kanne kommt

Kinderpunsch an Marktständen ist meistens sehr süß. Ein eigener Punsch aus der Kanne schmeckt erwachsener: schwarzer Tee als Basis, Orange, Kardamom und eine Spur Vanille. Er riecht nach Weihnachten, ohne nach Süßwarenladen zu schmecken, und bleibt in einer vorgewärmten Kanne den ganzen Spaziergang heiß. Wer abends keinen schwarzen Tee mehr trinken möchte, nimmt Rooibos. Er hat von Natur aus eine leicht süßliche, nussige Note, die gut zu Orange und Vanille passt. Wer es fruchtiger mag, ersetzt einen Teil des Orangensafts durch roten Traubensaft, dann wird der Punsch dunkler und erinnert entfernt an die Becher vom Markt, nur ohne deren Inhalt.

Orangen-Kardamom-Punsch für eine Kanne

15 Minuten · ergibt etwa 1 Liter

  • 600 ml Wasser
  • 2 Beutel schwarzer Tee oder Rooibos
  • 400 ml Orangensaft
  • 4 Kardamomkapseln, angedrückt
  • 1 Zimtstange, 1 Streifen Orangenschale
  • 1 bis 2 EL Honig, eine Prise Vanille
  1. Wasser mit Kardamom, Zimt und Orangenschale aufkochen und fünf Minuten köcheln lassen.
  2. Vom Herd nehmen, Teebeutel vier Minuten ziehen lassen, dann herausnehmen.
  3. Orangensaft dazugeben und alles noch einmal erhitzen, nicht kochen.
  4. Mit Honig und Vanille abschmecken, abseihen und in die vorgewärmte Kanne füllen.

Wenn es zu kalt ist

Bei Eisregen oder starkem Wind ist ein Spaziergang keine gute Idee. Dann verkürzt man die Route auf eine Station und kehrt früher ein, oder man tauscht den Abend gegen das Museum am langen Donnerstag. Wer Lust auf mehr Winter hat, fängt das Jahr mit der Eisbahn und der Thermoskanne an, und damit schließt sich der Kalender.